Wohnkomfort und Ökologie im Neubau einer Doppelhaushälfte aus den 30ern

Frankfurt, Deutschland 

Bauvorhaben:Neuberg

Gebäudetyp: Neubau Einfamilienhaus

Gewählte Technologie: Luft /Wasser-Wärmepumpe, kontrollierte Wohnraumlüftung und Photovoltaik (PV)

Ein außergewöhnlicher Ansatz: der Neubau der Doppelhaushälfte. Wand an Wand mit dem verbliebenen Bestandsobjekt aus den 30er Jahren. Fotos: Vaillant

 

Im Speckgürtel von Ballungszentren sind Baugrundstücke ein extrem knappes Gut. Im Frankfurter Norden kaufte Familie Neuberg deswegen eine Doppelhaushälfte aus den 30er Jahren, ließ sie abreißen und errichtete stattdessen einen hochmodernen Neubau auf dem aktuellsten Stand der Technik – bis hin zur Komplettbeheizung allein über eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mitten in verdichteter Bestandsbebauung.

„Die Herausforderung der zukünftigen Baulandpolitik besteht deshalb darin, […] die Mobilisierung von Bestandspotenzialen deutlich zu verstärken.“ Dieses Zitat stammt aus einer für NRW erstellten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft sowie des Instituts für Landes- und Entwicklungsforschung und beschreibt punktgenau das aktuelle Dilemma des Wohnungsbaus in Ballungszentren: Die Nachfrage übersteigt schon seit Jahren das Angebot, das von den Kommunen zur Verfügung gestellt wird.
Nachverdichtung ist also das Gebot der Stunde, das von
DASMASSIVHAUS bei einem aktuellen Projekt im Frankfurter Norden ausgesprochen ambitioniert interpretiert wurde. Denn während andernorts darunter Lückenbebauung oder der Abriss und Neubau kompletter Gebäude üblich ist, ersetzte der Bauträger aus Mendig in der Eifel hier „nur“ die Hälfte eines Doppelhauses – unter schadensfreiem Erhalt des verbleibenden Altbaus.

Die Motivation der Bauherrn

Die Motivation der Bauherrn hinter dem Projekt war einfach: Jannik und Lisa Neuberg wollten mit Töchterchen Marie (4) einerseits auf die typischen Vorteile der städtischen Peripherie mit großem Garten und benachbarter Grünanlage nicht verzichten, legten andererseits aber genauso Wert eben auf die sehr gute Infrastruktur, inklusive direkter S-Bahn-Anbindung ins Zentrum der Finanzmetropole.

Um die rechte Haushälfte als Bestandsbau zu
erhalten, wurde der
Neubau statt auf einen Keller auf ein Beton-
fundament gestellt.

Dipl.-Ing. (FH) Heiko Schröder, Ltg. Produktmanagement:

„Ökologisches Bauen ist für uns immer eine Kombination aus monolithischem Baukörper und abgestimmter Haustechnik.

Die Herausforderung für den Bauträger

Für DASMASSIVHAUS bestand die zentrale Herausforderung darin, den Altbau (mit Kriechkeller) so rückzubauen, dass ohne immense Aufwendungen für das Abfangen der bestehen bleibenden Haushälfte ein Fundament für den Neubau gegossen werden konnte. Dipl.-Ing. (FH) Heiko Schröder, Prokurist und Leiter Produktmanagement bei DASMASSIVHAUS: „Ein großes Dankeschön gilt auf jeden Fall dem Nachbarn, der sehr konstruktiv mitgewirkt hat. Als vertrauensbildende Maßnahme wirkte dabei zum einen das frühzeitige Einschalten eines Sachverständigen, der schon vor dem ersten Spatenstich eine gründliche Bestandsaufnahme durchführte. Zum anderen haben wir den Projektablauf engmaschig begleitet, so dass eventuell auftretende Fragen und Probleme zeitnah vor Ort im Konsens gelöst werden konnten.“

Um das Baufeld optimal auszunutzen, war im nächsten Schritt dann aber viel spezifische Kompetenz gefordert, denn mangels detaillierter Bebauungspläne „muss man hier als Bauträger das Detailwissen mitbringen, welche Möglichkeiten in überplanten Wohngebieten im Bestand ausgenutzt werden können. Beispielsweise zum Baufenster, zur Geschossflächenzahl oder zur an die Umgebungsbebauung angepassten Architektur“, so Denis Dillenberger, Prokurist und Oberbauleiter bei DASMASSIVHAUS.

So klappt’s auch weiter- hin mit dem Nachbarn: Die Außeneinheit der Luft/Wasser-Wärme- pumpe, über die sich hier DASMASSIVHAUS-
Prokurist und Produktmanager Heiko Schröder (re.) und Andreas Seber, bei Vaillant Leiter Key Account Fertighaus- hersteller, austauschen, ist mit einem Betriebs- geräusch im Nachtmodus von nur 35dB(A) in 2,3m Entfernung so leise, dass sie problemlos auch in verdichteter Bebauung installiert werden kann.

Fotos: Vaillant

Die architektonische Umsetzung

„Materialisiert“ hat sich dieses Detailwissen schließlich in einem 220 m2 großen, zweigeschossigen individuell geplanten Kubus mit ausgebautem Dachgeschoss. Das Ausstattungsniveau ist mit bodentiefen Fenstern, Echtholzdielen und zwei exklusiven Bädern gehoben. Das energetische Niveau steht dem kaum nach:

Als Haus der “Effizienz-Serie PLUS” (gemäß Ausstattung von
DASMASSIVHAUS) liegt der Jahres-Primärenergiebedarf bei nur noch 26,75 kWh/m²a, der Heizwärmebedarf bei 43,49 kWh/m²a – und damit deutlich besser als die EnEV-Anforderungen. Im Ergebnis also kein Vergleich zu dem Altbau, selbst wenn man diesen energetisch aufwändig kernsaniert und ausgebaut hätte.

Abgedeckt wird der Wärmebedarf dabei über eine Luft/Wasser-Wärmepumpe, hier des Typs „flexoTHERM exclusive“ von Vaillant. Diese zieht 75 Prozent ihrer 11 kW Leistung aus der Umgebungsluft; die notwendige elektrische Antriebsenergie liefert, dank der integrierten „PV Ready“-Funktion die PV-Anlage auf dem Dach des Neubaus. „Ökologisch ist das eine perfekte Kombination“, so Dipl.-Ing. (FH) Heiko Schröder von DASMASSIVHAUS: „Insbesondere, da aufgrund der sehr leise arbeitenden Außeneinheit “aroCOLLECT” die benötigten Wärmeleistungen auch in verdichteter Bebauung erreicht werden.“ Zur Einordnung: Das Betriebsgeräusch liegt im Nachtmodus bei nur 35dB(A) in 2,3 m Entfernung. Das ist kaum mehr als das Ticken einer Armbanduhr und weniger als leises Flüstern.

Hinzu kommt, bei dieser dichten Gebäudehülle unabdingbar, in dem Frankfurter Neubau noch zusätzlich eine kontrollierte Wohnungslüftung vom Typ „recoVAIR“, ebenfalls von Vaillant, mit integrierter Wärmerückgewinnung.

Die haustechnische Umsetzung

Eine solche Haustechnik mit Wärmepumpen-Inneneinheit, wandhängender KWL-Anlage und 300-Liter-Warmwasserspeicher (Typ „uniSTOR“) zu installieren, gehört für das ausführende SHK-Fachhandwerksunternehmen Henry Burmester (Neuwied) eigentlich zum Tagesgeschäft, wie mittlerweile wohl für fast jedes SHK-Unternehmen. Speziell wurde es beim Frankfurter Neubau aber dadurch, dass – mangels Keller – die komplette Technik als Dachzentrale ausgeführt werden sollte. Der knapp bemessene Raum ist jetzt nicht nur bis in die letzte Ecke ausgereizt, sondern die Burmester-Handwerker haben zugleich für die Verrohrung der kontrollierten Wohnraumlüftung im wahrsten Sinne des Wortes ungewöhnliche Wege finden müssen: Eng verschlungen führen die Zu- und Abluftleitungen jetzt von der „recoVAIR“-Anlage aus unter der Dachschräge entlang in den Drempel und von dort aus in den Wänden nach unten zu den Wohngeschossen. Über ebenfalls in die Wände integrierte Flachverteiler erfolgt dann in den beiden Geschossen die Anbindung an die jeweiligen Zu- und Ablufträume mit ihren Wand- oder Deckenauslässen.

Die Bedeutung eines Systemanbieters

Spätestens an dieser Stelle, sagt Burmester-Geschäftsführer Andreas Erdmann, zahlt sich für ein Fachhandwerksunternehmen bei der Anlagentechnik die Zusammenarbeit mit einem Systemanbieter aus: „Bei den etwa 250 durchweg individuell geplanten Objekten, die wir jedes Jahr ausstatten, gibt es keine Standardlösungen. Denn so individuell, wie unsere Kunden ihre Häuser konzipieren, so individuell ist dann auch die technische Gebäudeausrüstung. Umso wichtiger ist für uns daher die Zusammenarbeit mit Systemanbietern, um hier möglichst flexibel agieren zu können.“ Und zwar bis hin zu jeweils perfekten regenerativen Wärmelösungen, die – wie auch in diesem Fall – zwar häufig eine Luft/Wasser-Wärmepumpe ist, aber eben auch nicht immer. Umso einfacher ist aber die Umsetzung, wenn es sich bei den Anlagen um Systeme handelt, die beispielsweise genauso als Sole/Wasser-Variante oder sogar als Wasser-Wasser-Lösung zur Verfügung stehen. Das reduziert in jedem Fall den Montageaufwand. Übertragen lässt sich das ebenso auf die Warmwasser-Speicherlösungen, abgestimmte PV-Batteriespeicher oder die Wärmeverteilung, die als Flächenheizung im Neuberg-Neubau zugleich zur Kühlung eingesetzt wird. Durch den Umkehrbetrieb der Wärmepumpe ist eine Absenkung der Raumtemperatur im Sommer möglich.

Wenn’s mal eng wird,

hilft Erfahrung, so Burmester
Geschäftsführer Andreas Erdmann im Gespräch mit Dasmassivhaus Prokurist Denis Dillenberger – und Blick auf die Luftführung der KWL-Anlage, die von der Dachzentrale aus sehr raumsparend installiert in die darunter liegenden Wohngeschosse führt.

Fotos: Vaillant

V.links: Die beiden Geschäftsführer der Massivhaus Mittelrhein GmbH, Markus Buch und Marcus Fronert , Key-Account Manager von Vaillant-Deutschland, Andreas Seber sowie der Prokurist Heiko Schröder. Fotos: DASMASSIVHAUS

Haustechnik, Objekt und Partner: Alles muss passen.

Für die langjährige hervorragende Zusammenarbeit und den Verkauf von über 1.000 Wärmepumpen vom Typ „flexoTHERM“ und „flexoCOMPACT“ wurde das Unternehmen kürzlich zum „Premium Vaillant Wärmepumpen Partner“ ausgezeichnet.

Eine entsprechende Urkunde überreichte der Key-Account Großkunden Manager von Vaillant-Deutschland, Andreas Seber, an die beiden Geschäftsführer von DASMASSIVHAUS, Markus Buch und Marcus Fronert sowie den Prokuristen Heiko Schröder. „Für uns ist die Auszeichnung eine große Ehre und wir sind froh, einen Partner wie Vaillant Deutschland an unserer Seite zu haben!“ Mit diesen Worten bedankte die Geschäftsleitung der Massivhaus Mittelrhein GmbH sich für die hohe Auszeichnung und brachte ihre Freude auf eine weitere spannende Zusammenarbeit mit der Firma Vaillant zum Ausdruck. Selbstverständlich übernimmt das innovative Unternehmen aus Mendig sowohl die Auslegung als auch die Berechnung dieser Technik.